KÄSEHERSTELLUNG

Die vier verschiedenen Stufen bei der Herstellung von Käse
Für die Käseherstellung verwendete Milchsorten
Käseherstellung im französischem Gebirge
Die Herstellung von Camembert
Die Herstellung des Cantal
Die Herstellung von französischem Ziegenkäse


Herstellungsstufen des Käses zurück

Die vielen verschiedenen Käsesorten unterscheiden sich einerseits durch die Art der verwendeten Milch (Rohmilch, fettarme oder pasteurisierte Milch) und durch die Tierart, von der sie stammt. Kuh, Ziege, Schaf, Büffel, sogar Pferd und Kamel. Auch anhand der Herstellungsmethoden können die Käsesorten in Familien eingeteilt werden. Alle Verfahren umfassen jedoch vier Hauptphasen:

  1. Dicklegen (Gerinnenlassen) der Milch,
  2. Formen und Verarbeiten des Bruchs (Ausheben und Abscheiden der Molke)
  3. Salzen, Waschen und Beimpfen
  4. Die Reifung.

1. Dicklegen der Milch zurück

Das Eiweiß Kasein findet sich in der Milch weiblicher Säugetiere in großen Mengen und gerinnt spontan unter Säureeinwirkung. Läßt man Milch stehen, wird sie oft von selbst fest, wenn die darin enthaltenen natürlichen Enzyme den Milchzucker zu Milchsäure vergären. Die dabei entstehende Sauermilch muß die erste Form von Frischkäse gewesen sein, die unsere Vorfahren probierten. Die spontane Gerinnung ist schwer zu steuern, man kann sie jedoch mit Lab starten. Eine rasche gleichmäßige Gerinnung, bei der ein schnittfester Bruch entsteht, kann mit verschiedenen Substanzen erzielt werden, beispielsweise dem speziellen Verdauungssaft, der im Labmagen von Kälbern, Zicklein oder anderen Wiederkäuern gebildet wird. Die Römer zogen noch das Lab von Wildtieren vor, beispielsweise von Rehen. Früher setzte man der Milch Streifen des Labmagens zu, heute jedoch; wenn nicht sogar mikrobielles Lab verwendet wird, Lab in flüssiger Form oder als Pulver. In sehr armen Gegenden des Mittelmeerraums und auf den Inseln, wo Schafe und Ziegen zu wertvoll sind, als daß man sie wegen des Labmagens schlachten könnte, verwendet man auch pflanzliche Labe, die man aus Distelblüten oder Feigenbaumsaft gewinnt. Die meisten Schafskäse auf der iberischen Halbinsel und den Mittelmeerinseln werden noch immer so gemacht. Auch in anderen Ländern, etwa in Großbritannien, Australien , den USA und den Niederlanden, stellt man mit pflanzlichem Lab Käse für Vegetarier her.

Das Lab wird der erhitzten Milch zugesetzt. Menge und Temperatur beeinflussen sich wechselseitig und sind überdies vom Säuregehalt der Milch abhängig (meist wird entrahmte Milch vom Vortag mit der Milch von der Melkung am nächsten Morgen gemischt oder die fettere Milch einer einzigen Melkung verwendet). Dieser Arbeitsschritt erfordert enorme Fachkenntnisse. Die Gerinnung kann erst ab 10 °C erfolgen und beginnt zwischen 20 und 40 °C. Je nach Käsesorte wird die Milch auf 25 bis 36 °C erwärmt. Das Dicklegen dauert teils unter 30 Minuten, teils bis zu 36 Stunden. Dabei trennt sich die Milch in ihre festen Bestandteile (bei Labkäse >Bruch<, bei Milchsäuregärung >Quark< genannt) und Flüssigkeit (Molke).

2. Formen und Verarbeiten des Bruchs zurück

Wenn die Milch geronnen ist, muß die Molke von der eigentlichen Käsemasse abgeschieden werden. Mit einer sogenannten Käseharfe wird der Bruch im Kessel in Stücke zerschnitten, die je nach Käsesorte unterschiedlich groß sind: Je härter der Käse sein soll, desto kleiner sind die Körner. Das Bruch-Molke-Gemisch wird ständig gerührt, damit es nicht wieder zusammenbackt. Dieses Verfahren, das schon im letzten Jahrhundert beispielsweise bei der Cheddar-Herstellung von Maschinen übernommen wurde, verkürzt die Abscheidungszeit. Das Bruchmachen oder schneiden nimmt je nach Käsesorte unterschiedlich lange Zeit in Anspruch, darf jedoch einen bestimmten Zeitrahmen nicht überschreiten, da die Masse sonst zu sauer wird. Der Bruch von Hartkäsen wie Parmesan und Comté wird nun in großen Kupferkesseln nachgewärmt (gebrannt), damit die Körner fester werden. Dabei dürfen 55 °C (bei gepressten Schnittkäsen 39 °C) nicht überschritten werden, sonst würde die Aktivität der Milchenzyme unterdrückt und der Bruch quasi pasteurisiert.

Es gibt verschiedene Methoden, den Bruch aus den Kesseln herauszuheben und abzutropfen. Bei manchen Käsen gießt man den gesamten Kesselinhalt in eine große, zu einer Seite hin abfallende Ablaufwanne. Der Bruch kann auch mit Hilfe von Schöpfkellen direkt in gelochte Formen gegeben werden, aus denen die Molke ablaufen kann. Bei gepressten Hartkäsen füllt man die Masse traditionell in ein großes, stabiles Tuch, durch das die Molke abtropft. Bei anderen Käsesorten wird der unzerschnittene Bruch mit einer Kelle vorsichtig direkt in gelochte Formen geschöpft. Bei gepreßten Käsen wird das Abscheiden dadurch beschleunigt, daß man die Tücher mit dem Bruch direkt in eine Form (einen Ring ohne Boden) drückt und auspreßt. Dies kann einfach dadurch geschehen, daß man ein mit einem Stein beschwertes Brett auf den Bruch legt oder die Käselaibe übereinandertürmt. Lange Zeit waren Hebelpressen mit Gleichgewichten üblich, mit denen man den Druck nach und nach erhöhen konnte. Heute setzen große Molkereien immer häufigerhydraulische Pressen ein, wenn auch in traditionellen Betrieben noch immer die alten Methoden zu finden sind. Während die Molke abläuft, wird der Druck erhöht und der Laib dabei mehrfach gewendet, damit beide Seiten gleichmäßig abtropfen. Solange der Laib noch feucht ist, wird er mit der Form immer wieder gewendet. Hat er die richtige Festigkeit entwickelt, wird die Form entfernt. Bei einigen Käsen, etwa von denBalearen, zieht man das Tuch fest, sobald der Bruch hart ist, so daß er als eine Art Form für den Käselaib dient.

3. Salzen, Waschen und Beimpfen zurück

Das Salzen kann noch im Kessel erfolgen oder was häufiger der Fall ist nach dem Herausnehmen aus der Form. Das Salz hat mehrere Aufgaben.Es beschleunigt die Trocknung, verstärkt das Aroma des Käses, trägt zur Bildung der Rinde bei und hemmt die Vermehrung von Mikroorganismen, was der Haltbarkeit des Käses zugute kommt. Die verbreitetste und wegen ihrer Einfachheit bei den Käsern beliebteste Technik ist das Salzbad. Beim Eintauchen in Salzlake braucht der Laib nicht wie beim Trockensalzen ständig gewendet zu werden, und man geht sicher, daß sich das Salz gleichmäßig verteilt. Im Schnitt dauert das zwei bis vier Tage. Je nach Sorte enthält die Lake zwischen 250 und 350 g Salz pro Liter Wasser. Manche rindenlosen Käse, Feta zum Beispiel, werden ständig in schwacher Salzlake aufbewahrt. Beim Trockensalzen wird der Laib nach dem Auslösen aus der Form mehrfach mit Salz eingerieben. Durch die Verwendung von Speisesalz bildet sich die dicke Rinde von Emmentaler und Beaufort,die dank ihrer Härte und Zähigkeit dafür sorgt, daß diese über 50 kg schweren Wagenräder hochgehoben und transportiert werden können, ohne zu platzen. Käse mit Rotschmiere, etwa Munster, wird während der Reifezeit regelmäßig mit Salz eingerieben und gebürstet ("geschmiert"). Dadurch verhindert man die Bildung unerwünschter Schimmelkulturen und hält die Rinde geschmeidig. Einige Käse werden zum Abschluß der Reifung in Alkoholika getränkt, so zum Beispiel Époisses, der in Weißwein und Marc de Bourgogne gewaschen wird. Manche Käsesorten werden mit Schimmelpilzen beimpft, die auf ihrer Oberfläche eine weiche, pelzige Weißschimmelschicht bilden oder die blaue bzw. grüne Äderung von Blauschimmelkäsen bewirken. Camembert wird mit Penicillium candidum besprüht und vier Tage lang in einem Trockenraum gelagert, wo sich der Schimmelrasen herausbildet. Roquefort-Laibe wrden rund dreißigmal mit langen Nadeln angestochen ("pikiert"). Dadurch beimpft man sie nicht nur mit Penicillium roqueforti, sondern schafft auch die nötige Luftzufuhr, damit dieser Edelpilz gedeihen kann. Verschiedene Aromen können entweder wie beim Gouda schon der Käsemasse beigemischt oder vor der Reifung von außen aufgebracht werden.

 

 

4. Reifung zurück

Weich- und Schnittkäse bleiben vor der eigentlichen Reifung meist zwei Tage lang in einem Trockenraum, damit die überschüssige Feuchtigkeit der Rinde verdunstet. Immer häufiger werden jedoch auch andere Käsesorten zunächst in Trockenräumen gelagert, um die Reifung zu beschleunigen. Die Reifung selbst erfolgt in speziellen Kellern mit konstanter Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Diese Faktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Frage, wieviel Aroma der fertige Käse haben wird, und bestimmen seine Konsistenz. Keller sind am Besten geeignet, weil Temperatur und Feuchtigkeit hier stabil sind. In temperierten Kellern (12 bis 15 °C) wird der Reifungsprozeß beschleunigt; man setzt sie vor allem für Rotschmierkäse ein. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei annähernd 90 %. Langsam (fünf Monate und länger) reifende Käse werden in kühlen Kellern bei Temperaturen von 8 bis 10 °C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 90 % gereift. Abgesehen von Kellern werden oft feuchte, gut belüftete Trockenräume verwendet, vor allem für Ziegenkäse. Nur Käsesorten, die sehr trocken konsumiert werden -etwa Sbrinz oder Parmesan -, werden bei Zimmertemperatur gereift. Wie aromatisch ein Käse auch sein mag, er verliert rasch an Qualität, wenn er nicht richtig verpackt ist. Ebenso wie Wein verträgt Käse den Transport nicht sehr gut. In Gebrauch sind verschiedene Verpackungstypen, je nachdem, ob es sich um Rohmilch oder pasteurisierte Milch handelt, und ob die Reifung abgeschlossen ist oder nicht. Käse mit Weißschimmelrinde wie Camembert reifen nach Verlassen des Kellers nach. Sie werden in beschichtetes Papier und Spanschachteln verpackt, so daß sie weiter atmen können. Rotschmierkäse sind beim Verlassen des Reifekellers ausgereift und deshalb oft in Plastikfolie eingeschweißt, damit Feuchtigkeit und Aroma erhalten bleiben. Weichkäse mit natürlicher Rinde werden oft unverpackt, in ein Blatt gehüllt oder mit Asche bestäubt angeboten. Oft legt man den Käse für den Transport auf eine Strohschicht, damit die Unterseite atmen kann. Die Hygienerichtlinien der EU legen mittlerweile fest, daß dazu nur künstliches Stroh verwendet werden darf (was Kenner sehr bedauern) oder daß ein Blatt beschichtetes Papier zwischen Stroh und Käse liegen muß. Wie viel Weichkäse wird auch ein Großteil der Blauschimmel verpackt angeboten, meist in Aluminiumfolie, damit die Rinde nicht austrocknet. Schnitt-und Hartkäse werden teilweise mit Paraffin beschichtet, um sie geschmeidig zu erhalten (z.B. holländischer Schnittkäse). Bergkäse werden meist unverpackt angeboten; entweder wird en Etikett auf die Oberfläche geklebt oder ein Stempel direkt in die Rinde geprägt oder aufgedruckt.


Für die Käseherstellung verwendete Milchsorten
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z.B. Französischer Käse
Französischer Käse wird aus Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch hergestellt. Ausschlaggebend für den Geschmack ist die Milchsorte. Am gehaltvollsten ist Schafsmilch; aus ihr werden pikante, herzhaft schmeckende, würzig-aromatische Käse mit ausgeprägtem Nachgeschmack hergestellt. Eine Kuh gibt pro Jahr (305 Melktage) 6065 kg Milch; eine Ziege (240 Melktage) 644 kg und ein Mutterschaf (180 Melktage) 200 kg. Hergestellt wird Käse aus pasteurisierter oder roher Milch. Rohmilch wird vor dem Dicklegen nicht wärmebehandelt und in der Regel kurz nach dem Melken oder innerhalb von 12 Stunden verarbeitet; bei sofortiger Kühlung (4°C) kann man sie bis zu 24 Stunden aufbewahren. Rohmilch enthält natürliche Bakterien und verleiht dem Käse einen vollen, aromatischen Geschmack. Sämtliche fermier-Käse gehören zu dieser Gruppe. Auch für einige AOC-Käse ist die Verwendung von Rohmilch zwingend vorgeschrieben. Pasteurisierte Milch wird niedrigen oder hohen Temperaturen ausgesetzt. Pasteurisieren bei niedrigen Temperaturen heißt in der Regel Erwärmung der Milch auf 72°C für 15 Sekunden und sofortiges Abkühlen auf 4°C. Durch dieses in der industriellen Käseproduktionen weithin praktizierte Verfahren wird ein Großteil der in der Milchenthaltenen Bakterien abgetötet und die Milch für längere Zeit haltbar gemacht. Industriel-Käse aus patseurisierter Milch fehlt es optisch und geschmacklich an Charakter.


Käseherstellung im französischem Gebirge zurück

In den französischen Alpen kommt der Sommer spät, doch sobald der letzte Schnee auf den Gipfeln geschmolzen ist, beginnt der Sommerauftrieb der Viehherden (alpage). Mitte bis Ende Juni werden die Kuhherden, die oft mehreren Bauern gehören, den Hirten und Hirtinnen übergeben, die mit ihnen auf die höhergelegenen Hänge ziehen. Die Tiere bewegen sich in ihrem eigenen Rhythmus und weiden das gras und die Alpenblumen ab. Die Hirten wohnen in Sennhütten, melken zweimal täglich die Kühe und stellen den Käse her. Die Hüttenliegen überall auf den Bergen verstreut und bilden ein Kette von Käsereien, da die Tiere nirgends lange bleiben, sondern immer weiterziehen. Wenn ein Gebiet völlig abgegrast ist, sucht die Herde sich neue, höhere Weiden. Mitte August hat sie fast 3000 Meter erreicht und befindet sich knapp unter der Schneegrenze. Die ersten Schneefälkle geben das Signal für den Abtrieb; Schritt für Schritt führen die Hirten die Tiere dieselben Hänge hinab, auf denen inzwischen wieder üppiges Gras wächst. An Michaelis, dem 29. September, kehrt die Herde ins Dorf zurück. Die Kühe beziehen zum Kalben wieder ihre Ställe, und die Produktion des Winterkäses beginnt. In den Pyrenäen findet ein ähnlicher, transhumance genannter Auftrieb statt, aber hier handelt es sich um Schafe und Ziegen.


Die Herstellung von Camembert zurück

Die Normandie ist ein Gebiet im Nordwesten Frankreichs mit mildem Klima und reichlich Regen. Auf Grund des milden Sonnenscheins und der hohen Luftfeuchtigkeit wächst hier ein üppiges grünes Gras, das die typischen schwarzweißen normannischen Kühe abweiden. Sie geben eine vorzügliche Milch, aus der die berühmte Butter und Sahne der Normandie, ber auch die edlen Käse wie Pont l'Evêque, Livarot und Camembert hergestellt werden. Für einen einzigen 250 g schweren Camembert benötigt man rund 2,3 Liter Milch.

  1. Die Kühe werden zweimal am Tag gemolken, einmal abends und einmal morgens.
  2. Die Milch wird in Kühltanks (12°C) von der Melkstelle abtransportiert
  3. Ein Tag vor der Produktion wird das Säuerungsmittel hinzugefügt
  4. Das Fett (20°C) wird abgeschöpft. Dann wird die Milch auf 32°C erhitzt.
  5. Die warme Milch wird in 100-Liter-Eimer gegossen. Die Lufttemperatur beträgt 30°C, die Luftfeuchtigkeit fast 100%.
  6. Flüssiges Lab wird untergemischt und zwar im Verhältnis von 17 ccm pro 100 Liter Milch.
  7. Das Dicklegen dauert zwischen 90 Minuten und zwei Stunden.
  8. Auf einem Tisch aus rostfreiem Stahl wird eine Matte aus Pappelholz gelegt.
  9. Die Formen sind 13 cm hoch und haben einen Durchmesser von 11,5 cm. Der Rand ist perforiert.
  10. Mit einer Bürste werden Unreinheiten von der Oberfläche des Bruchs entfernt.
  11. Der Bruch wird kreuz und quer zerschnitten.
  12. Die Kelle zum Schöpfen des Bruchs hat denselben Durchmesser wie die Formen.
  13. Der Bruch wird aus dem Eimer in die Formen gefüllt.
  14. Jede Form erhält viermal hintereinander eine Kelle Bruch.
  15. Eine Stunde später wird in jede Form eine fünfte Kelle bruch geschöpft.
  16. Unter dem Gewicht des Bruchs fließt die Molke von selbst ab.
  17. Sieben Stunden später wird jede Form vorsichtig von Hand gewendet.
  18. Der weiße Käse wird mit einer 95g schweren Metallplatte abgedeckt und muß über Nacht ruhen.
  19. Am nächsten Morgen werden die Formen mit Hilfe einer Metallplatte abgenommen.
  20. Die Metallplatten werden von den Käsen abgenommen.
  21. Drei Sorten Penicillium candidum werden, verdünnt mit Wasser, auf die Käse gesprüht.
  22. Nach fünf Tagen wird feines trockenes Salz aufgetragen.
  23. Die Käse werden in Reih und Glied ausgelegt, umgedreht und auch auf der Unterseite leicht gesalzen.
  24. Nun wird die neue Oberseite der Käse mit Schimmel besprüht.
  25. Bevor sie in den Trockenraum kommen, müssen die Käse eine Nacht ruhen.
  26. Dieser Raum hat durchgehend 13°C und 85% Luftfeuchtigkeit. Die Käse bleiben zwei Wochen darin.
  27. Nach fünf Tagen sind die Käse noch ziemlich hoch und bilden langsam eine Rinde.
  28. Nach acht Tagen sind die Käse geschrumpft. Während des Trocknens werden sie gewendet.
  29. Nach zwei Wochen hat sich der für den Camembert typische weiße Schimmel gebildet.
  30. Die Käse werden in Wachspapier eingewickelt.
  31. Die Käse werden in Spanschachteln verpackt und zum Affineur versandt.
  32. Nach zwei Wochen Reifezeit sind die Camemberts verzehrfertig.

Die Herstellung des Cantal zurück

Der Cantal wird in drei Größen hergestellt. Ein großer Käse wiegt etwa 40 kg, ein kleiner etwa 20 kg und ein Cantalet rund 10 kg.

  1. Das Dicklegen
    Die Milch wird auf 32°C erhitzt. Ungefähr eine Stunde nach der Labbeigabe bildet sich der Bruch.
  2. Das Schneiden des Bruchs
    Der Bruch wird in 1 cm große Würfel geschnitten und gut ausgerührt; die Molke wird entfernt.
  3. Die erste Pressung
    Der Bruch wird zu einer kompakten Masse zusammengefasst, in Mengen von jeweils 80 - 100 kg in ein Tuch eingeschlagen und in die Presse gegeben. So entsteht eine dicke, tome genannte Scheibe, die mehrmals geschnitten und gepresst wird, um die Molke zu entfernen.
  4. Entwicklung der Konsistenz
    Nach dem Pressen muß der tome acht Stunden bei 12 - 15°C ruhen. Das regt die Bildung natürlicher Milchsäuren an, die die Konsistenz des tome verändern und die Reifung vorbereiten. Nach dem Ruhen wird der tome mit Hilfe eines Mahlwerks in kleine Stückchen zermahlen, ein Vorgang, der in Frankreich nur beim Cantal angewendet wird.
  5. Das Salzen
    Der nun aus nussgrossen Stückchen bestehende tome wird im Sommer mit mindestens 24 g Salz pro Kilo gesalzen, im Winter mit 21 g, und dann gründlich gerührt. Das Salz schmilzt und verbindet sich gleichmäßig mit dem tome. Am nächsten Tag, wenn die Masse sich zusammengeballt hat, wird sie rasch zerkrümelt. Man presst eine Handvoll schnell zusammen und schleudert sie dann fort. Wenn die Stückchen sich mühelos von der Hand lösen, ist der Vorgang des Salzens beendet.
  6. Formen und Pressen
    Eine Form wird mit Stoff ausgelegt, mit gemahlenem tome gefüllt, mit einem Metalldeckel verschlossen und dann durch die Presse gerührt. Im Laufe der nächsten 48 Stunden wird der Käse dann noch weitere drei- bis viermal gepresst. Dabei wird der Stoff jedes Mal gewechselt.
  7. Die Reifung
    Hat der Cantal die richtige Form angenommen, wird er von den Hüllen befreit und in den Reifekeller gebracht, einen kühlen (10°C), feuchten (90% Luftfeuchtigkeit) und schwach belüfteten Raum. Der Käse wird zweimal pro Woche abgerieben und gewendet. Es gibt drei Reifestadien: Nach 30 Tagen ist der Käse jung, weiß und mild; nach zwei bis sechs Monaten ist er goldgelb und mittelreif, nach sechs Monaten ist er alt, rötlich und etwas rissig.

Die Herstellung von französischem Ziegenkäse zurück

Nach der französischen Tradition sollten Ziegenkäse von Ostern bis Allerheiligen auf dem Tisch stehen. Die Gerinnung von Ziegenmilch wird üblicherweise durch Milchsäurebakterein ausgelöst. Der Gärstoff wird mit der Milch vermischt. Die Milch ruht eine Nacht und wird sauer. Dann wird sie auf 18 - 20°C erhitzt, mit einer winzigen Menge Lab verrührt und ruht nochmals 24 Stunden. Der Bruch wird weder geschnitten noch erhitzt, weder vermischt noch gepresst: Da er direkt in die Formen geschöpft wird, fließt die Molke sofort durch die kleinen Löcher im Boden und am Rand ab. Der Käse wird trocken veredelt affiné á sec - und zwar in einem kühlen, gut durchlüftetem Raum bis 11°C und 80% Luftfeuchtigkeit, was verhältnismäßig trocken ist, wenn man es mit Reifekellern vergleicht, in denen eine Luftfeuchtigkeit von 90 bis 100% herrscht. Der Trockenvorgang von Rinde und Teig muß wohl ausgewogen sein, weil die Rinde sonst runzlig wird und die im Teig verbliebene Molke von innen daran festklebt. Obwohl sich von selbst ein blauer Schimmel auf der Rinde bildet, sorgt eien Schicht aus Eichenasche und Holzkohlenpulver für ein Klima, das zur Schimmelbildung anregt